Kirchentag in Berlin 2017

Zum Reformationsjubiläum fand der Deutsche Evangelische Kirchentag in Berlin statt.

Quelle: privat
Karl-Wilhelm Frommeyer
Nicht jede und jeder kann zum Kirchentag nach Berlin fahren. Wenn das für Sie zutrifft: Hier finden Sie Eindrücke vom Kirchentag aus Teilnehmersicht. Der Deutsche Evangelische Kirchentag findet in jedem zweiten Jahr in einer anderen Stadt in Deutschland statt. Im Jahr des Reformationsjubiläums in Berlin. Aber auch in anderen Städten, in denen Luther gewirkt hat. Der Abschlussgottesdienst fand auf den Elbwiesen bei Wittenberg statt. Ich würde mich freuen, wenn auch etwas von der immer besonderen Atmosphäre in Text und Bildern zu vermitteln ist.
 
 Ganz unten gibt es noch eine Fotogalerie
 
Quelle: K.-W. Frommeyer
Kirchentag 2017; Workshop "Warum und wie segnen wir?"
27. Mai, Sonnabend: Die Veranstaltung "ecclesia semper reformanda" war gut besucht. Die Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au, reformierte Theologieprofessorin aus Basel, und die Pastorin Nadja Bolz-Weber der Lutherischen Kirche aus Denver/USA bestritten jeweils ein Referat und ein moderiertes Gespräch.
Meine letzte Veranstaltung beim Kirchentag war ein Workshop zum Thema "Warum und wie segnen wir?" Drei Theologiestudentinnen, Juli, Debora und Lucie, hatten die Veranstaltung geplant und vorbereitet. Sie war nicht perfekt, aber von soviel Engagement und freundlicher Zuwendung geprägt, dass es mich und die übrigen Teilnehmer/innen begeisterte. Was bedeutet "Segnen", wie kann man segnen und Segen empfangen, mit welchen Segenswünschen? Das waren wechselnde Stationen im Workshop. Für mich ein perfekter Abschluss des Kirchentages, denn wir fuhren am Sonntag nicht nach Wittenberg.
 
 
Quelle: K.-W. Frommeyer
Kirchentag 2017
26. Mai, Freitag: Sehr früh haben wir uns aufgemacht, um eine Bibelarbeit mit Eckard von Hirschhausen zu erleben. Recht schnell wurde der Zugang zur Halle geschlossen, weil sie überfüllt war. Zur Einstimmung spielte Christoph Reuter (s. unten) einige Lieder zum Mitsingen an. Wenn 20.000 Menschen gern, gut und deutlich singen, dann wünscht man sich solche Erfahrungen öfters. Eine solche Bibelarbeit haben wir bislang nicht erlebt. Sie bot manchen Anlass zum Lachen und stille Phasen zum Nachdenken. Erstaunlich war auch, dass die Übersetzerin in Gebärdensprache folgen konnte.
Zu sehen war anschließend viel, eine Fotoausstellung, eine Musikal-Aufführung, eine Wüstenlandschaft. In der Wüstenlandschaft konnte man versuchen, die Situation von Hagar in der Wüste zu spüren. Es gab auch ein Andachtszelt mit einem sehr dichten Mittagsgebet und anschließender Einzelsegnung.
Bei zauberhaftem Wetter genossen viele Open-Air Musik und Entspannung auf dem Rasen in der Sonne oder im Schatten. 
Am Stand des Indienprojekts wurden die Böötchen mit Raketenantrieb bestaunt und die Henna-Tattoos fanden große Nachfrage.
 

Quelle: K.-W. Frommeyer

25. Mai - Himmelfahrtstag: Heute konnte man den "Generationenrechenschieber" kennenlernen, eine Entwicklung der EEB Sachsen. Wenn ich zurück bin, ist darüber einiges zu berichten. Vielleicht können wir das in Wehr einmal ausprobieren.
Das Musik-Kabarett "Alle sind musikalisch" mit Christoph Reuter bedeutete Spass und Lachen ohne Ende. Das lange Anstehen hatte sich gelohnt.
Der Stand vom Indienhilfsprojekt war schon am Vortag bis zur Mittagszeit fertig aufgebaut. Besonders die Schülerinnen aus Indien von CDS, die das Indienhilfsprojekt unterstützt, wurden umlagert. Ihre Tänze und die Henna-Tattoos waren einfach Hingucker. Um den Inderinnen mehr Platz einzuräumen, wurde unserem Projekt ein doppelt so großer Stand zugewiesen.
Zur Veranstaltung mit Barak Obama und Angela Merkel habe ich es nicht geschafft.
Man kann sie aber hier ansehen und/oder herunterladen.
 
Quelle: K.-W. Frommeyer
Kirchentagspräsidention Christina Aus der Au eröffnet den Kirchentag
24. Mai - Mittwoch: Der Kirchentag beginnt immer abends mit den Eröffnungsgottesdiensten. Vorher gibt es eine Pressekonferenz für die Medien. Nach den vorbereiteten Statements der Verantwortlichen für den Kirchentag können Fragen gestellt werden. Kritisch hinterfragt wurden zwei Veranstaltungen am Donnerstag: Ist die Veranstaltung mit Barak Obama eine Wahlkampfhilfe für Frau Merkel und musste man eine Veranstaltung mit einer AfD-Vertreterin anbieten? Aus meiner Sicht wurden die Fragen gut beantwortet. Besonders Bischof Dröge erklärte seine Position sehr umfangreich und gut nachvollziehbar. Er sei nicht bereit mit "der AfD" zu diskutieren, er kenne deren Strategiepapier. Daraus sei zu erkennen, dass es der AfD nur auf Protest und Provokation ankomme. Aber mit der Leiterin der Gruppierung "Christen in der AfD" zu sprechen, sei einen Versuch wert. (Eine Zusammenfassung kann man hier nachlesen) Die Veranstaltung mit Barak Obama wurde am Donnerstag im Fernsehen übertragen.
Wir, meine Frau und ich, besuchten den Eröffnungsgottesdienst am Reichstag. Sehr viele Teilnehmer hatten sich auf dem großen Platz zwischen Reichstag und Bundeskanzleramt versammelt. Die Präsidentin des Kirchentages, Frau Christina Auf der Au erklärte den Kirchentag für eröffnet, Bischof Markus Dröge hielt eine gar nicht trockene Predigt und Eckhard von Hirschhausen übte eine Geste zum Motto "Ich sehe dich" ein.
In der Straße Unter den Linden und benachbarten Straßen war ein großes Straßenfest vorbereitet. Musik und Tanz gehörten auch dazu. Wir haben natürlich den Stand der Kirchengemeinde Teltow besucht.
Viel mehr findet man auf der Internetseite des Kirchentages www.kirchentag.de

 
Quelle: K.-W. Frommeyer
Herzlicher Empfang bei unseren Gastgebern - Freunde aus der Partnerschaft Wehr-Teltow
23. Mai - Dienstag: Es gehört (fast immer) zum Kirchentagsbesuch, dass man bei freundlichen Gastgebern untergebracht ist. Nach einer langen Anreise aus Südbaden erwartet zu werden und willkommen geheißen werden, das ist schon der beste einstieg in den Kirchentagsbesuch. Meine Frau und ich hatten heute diese Erfahrung bei unseren Gastgebern, die wir bereits seit vielen Jahren über die Partnerschaft zwischen Wehr und Teltow kennen.
 
Hier folgt die Bildergalerie