Evangelische Kirche Bad Säckingen

Quelle: Gerhard Rettich

Die folgende Darstellung entnimmt ihre Fakten bis zur Errichtung der selbstständigen Pfarrei weithin dem Bericht des ersten evangelischen Pfarrers in Säckingen.

Schwieriger Anfang

In Bad Säckingen verliefen die Ereignisse der Reformationszeit und des Bauernkrieges gänzlich anders ab als in Waldshut oder auf dem Schwarzwald. Eine führende Gestalt, wie sie in Waldshut Balthasar Hubmaier darstellte, fand sich nicht. Besonders die Räte der Stadt traten für den hergebrachten Glauben ein und unterdrückten aufkommende reformatorische Strömungen. Als 1524 zwei Stiftsdamen in den Verdacht gerieten, Sympathien für reformatorisches Gedankengut zu haben, veranstalteten die Ratsherren eine gründliche Untersuchung. Die betreffenden Frauen mussten das Stift verlassen. Die Räte übernahmen sogar eine Zeit lang die Verwaltung des Stiftes. Das konnte nicht verhindern, dass sich immer wieder Stiftsdamen mit lutherischen Schriften beschäftigten, darunter auch die Äbtissin Magdalena von Hausen, die schließlich zur Reformation übertrat.

Nach der Reformation wurde das Stiftsleben neu geordnet nach den Regeln des hl. Augustinus. Bischof und vorderösterreichische Regierung hatten nun gewisse Rechte im Kloster.

Ähnlich stellten sich der Rat und die Mehrzahl der Bürger zum Bauernkrieg. Sie übernahmen den Schutz der Stadt, unterstützt durch österreichisches Militär z.B. aus Freiburg. Die Bürger wollten ihre alten Rechte wieder hergestellt wissen, möglichst sogar weitere neu erlangen, nicht aber dem hergebrachten Bekenntnis untreu werden. Damit blieb konfessionell in Säckingen alles beim Alten.

Einen Neuanfang gab es erst, wie überall am Hochrhein, mit der Bildung des Großherzogturns Baden. Durch die Zusammenfassung verschiedener Gebiete geistlicher und weltlicher Herrscher beseitigte das Großherzogtum auch die früheren Schranken. So legte das Konstitutionsedikt von 1807 fest, dass die Hoheitsgewalt des Staates über die Kirche in allen öffentlichen Belangen zu gelten habe. Für die katholische Kirche eine schmerzliche Neuerung und damit auch für Säckingen. Ein weiterer Einschnitt war der Beitritt Badens zum Zollverein 1835, denn damit begann die Industrialisierung am Hochrhein, von Eisenbahn und Telegraph eifrig unterstützt. Beides war für die Entstehung evangelischer Gemeinden am Hochrhein bedeutsam und damit auch in Säckingen.

Zunächst kamen badische Beamte an den Hochrhein, die z. B. in der Staatsverwaltung, bei der Justiz, beim Zoll, als Amtsärzte oder im Forstwesen angestellt waren. Aber auch Ärzte oder Apotheker ließen sich nieder. Viele von ihnen stammten aus den evangelischen Gebieten des Großherzogturns. Wenn gerade viele höhere Beamte und akademische Berufe am Hochrhein sich zur evangelischen Kirche rechneten, lag das zum einen daran, dass der evangelische Bevölkerungsteil des Großherzogturns als bildungsfreudiger galt,3 zum andern war hier wohl auch eine Lenkung der Regierung zu spüren.

An Industrie siedelten sich zunächst Fabriken zur Seide- und Wollverarbeitung an. Die Nutzung der Wasserkräfte der vielen Schwarzwaldflüsse, die sich ins Tal stürzen, drängte die Fabrikation auf die Höhen, alte Strukturen lockerten sich auf. Im Rheintal baute der Staat Eisenbahnen, manche Bahnarbeiter blieben am Hochrhein und so auch in Säckingen wohnen. Mit den Fabriken kamen andere Menschen in diese Gegend. Viele Fabrikanten gehörten zur evangelischen Kirche, aber auch große Teile der Facharbeiter rechneten sich dazu. Beide kamen oft aus der Schweiz, aus Nordbaden, dem Elsass und aus Württemberg. Das machte vielen Alteingesessenen Angst. So sind die Schimpfworte zu verstehen, wenn sie von "Fabrikler" oder "Iisebähnler" sprachen und damit oft "Ketzer" meinten. Doch während z.B in katholischen Gegenden Bayerns oder Tirols kein Evangelischer Wohnung nehmen durfte, es sei denn, er wurde katholisch, kam es in Baden zu Neugründungen evangelischer Kirchengemeinden in katholischen Orten und katholischen in evangelischen Gegenden. So bildeten sich in Konstanz 1819, in Freiburg 1830 evangelische Gemeinden. Umgekehrt entstanden katholische Pfarreien in Schopfheim, Lörrach oder Müllheim.

Im Amtsbezirk Säckingen stellte sich die konfessionelle Situation so dar:

1838 unter 18721 Einwohnern 326 Evangelische (zumeist in Beuggen)

1858 unter 18900 Einwohnern 513 Evangelische

1861 unter 19197 Einwohnern 723 Evangelische

Da von Säckingen aus kein evangelischer Gottesdienst erreichbar war (Beuggen und Hasel waren 2 1/2 Wegstunden entfernt), besuchten die evangelischen Christen oft den katholischen Gottesdienst am Wohnort, katholische Geistliche besorgten auch die Kasualien für die andersgläubigen Einwohner. Das änderte sich allerdings nach 1848. Schuld war die Auseinandersetzung zwischen dem Freiburger Erzbischof und der großherzoglich badischen Regierung, die einen verstärkten Einfluss in kirchlichen Dingen anstrebte, so wie sie es in der evangelischen Kirche bereits praktizierte. Diese Auseinandersetzungen ebbten erst ab, als 1859 und 1860 durch die sogenannten "Oktobergesetze" beiden Kirchen die Selbstregelung ihrer inneren Angelegenheiten zugestanden wurde.

Die Zwistigkeiten wirkten sich in Säckingen verheerend aus. Es kam zu gegenseitiger Verunglimpfung. Lutherbibeln wurden eingesammelt und verbrannt. Von Schwierigkeiten bei Beerdigungen und Taufen wird jetzt berichtet. Unter diesen Umständen nahmen nun viele evangelische Christen stundenlange Wege zum evangelischen Gottesdienst in Kauf. Das galt auch für evangelische Pfarrer, die weite Strecken zurücklegen mussten. So überlegten sich die Säckinger Evangelischen, wie in Säckingen selbst Gottesdienste stattfinden könnten. Aber: Wer sollte die Gottesdienste halten, wo sollten sie stattfinden, wer sollte für die Kosten aufkommen? Das wurde der Missionsanstalt Chrischona bekannt. 1854 reisten zwei Missionare aus Basel an, zusammen mit dem Dekan aus Schopfheim. Noch im selben Jahr logierte man einen Missionszögling namens Bender in Säckingen ein. Er versuchte die Evangelischen kennen zu lernen und initiierte eine Bittschrift- und Unterschriftenaktion an den Landesherren, doch monatlich einen evangelischen Gottesdienst zu genehmigen. Am 11. Juli 1854 wurde eine "beschränkte" private Hausandacht gestattet, die der Katechet Bender von jetzt an hielt. Versammlungsort war das Wohnzimmer mit Nebenraum eines pensionierten Zollassistenten. Nach kurzer Zeit kamen schon 70 - 80 Personen regelmäßig zusammen. Die Wohnung reichte fast nicht mehr aus. Der Nachfolger Benders, Katechet Ehinger, besuchte die Familien und gab Religions- und Konfirmandenunterricht. Schon zwei Jahre später war die Diasporagenossenschaft auf 360 Mitglieder angewachsen, einschließlich Kleinlaufenburg und Wehr.

Im März 1855 trafen die Genehmigungen des Oberkirchenrates und des Großherzogs ein, dass monatlich ein evangelischer Predigtgottesdienst gehalten werden dürfte, und zwar durch benachbarte evangelische Geistliche. So konnte Ostern 1855 der erste öffentliche Gottesdienst mit Abendmahl durch Dekan Barck aus Schopfheim gefeiert werden. Unmittelbar nach dem Gottesdienst wählte die versammelte Gottesdienstgemeinde den ersten Kirchenvorstand, der sogleich die erste Konfirmation auf Pfingsten festsetzte. Es waren immerhin schon 11 Konfirmanden. Die vierwöchentlichen Gottesdienste hielten abwechselnd die Pfarrer aus Dossenbach, Beuggen ( Zeller ), Grenzach, Brombach, Lörrach, Rötteln und Hasel. An den übrigen Sonntagen lud der Katechet zu Andachten ein. Erst 1859 stellte die Kirchenbehörde einen eigenen Pastoratsgeistlichen an, der aber kein Abendmahl austeilen durfte. Gegen die Bestrebungen, evangelische Gottesdienste in Säckingen einzuführen, gab es lebhafte Proteste. So befürchtete der katholische Stadtpfarrer, dass die Hausandachten des Katecheten Bender langsam in ein "protestantisches Pfarrsystem" überleiten könnten. Das dürfte in einer ungemischt katholischen Stadt den religiösen Frieden stören. Die 2 ½ Wegstunden zu evangelischen Gottesdiensten seien den wenigen protestantischen Familien und Fabrikarbeitern zuzumuten. Diese Eingabe an die Regierung hatte keinen Erfolg. Der evangelische Gottesdienst konnte unterdessen in die Domänenkanzlei (im früheren Stift) verlegt werden, weil die Privatwohnung des Zollbeamten die zahlreichen Besucher beim besten Willen nicht mehr fassen konnte.

Eigener Seelsorger - eigene Gemeinde - eigene Schule

Im Dezember 1858 genehmigte die Kirchenbehörde der Gemeinde auf zwei Jahre einen ständig in Säckingen wohnenden Seelsorger für den sonntäglichen Privatgottesdienst. Vikar Siegrist zog im Januar 1859 auf. Offiziell war Siegrist Vikar von Hasel und als solcher in Säckingen in kasualer Funktion vom katholischen Pfarramt abhängig, das die Kirchenbücher führte. Diese Kirchenbücher hatten damals die Funktion der späteren Standesamtsbücher. Geburten, Taufen, Heiraten und Sterbefälle mussten dort eingetragen werden. Ebenso führte der katholische Ortsgeistliche die Schulaufsicht.

Schon 1860 hatte die Zahl der Evangelischen sehr zugenommen und manche zogen jetzt her, weil eine evangelische Betreuung gegeben war. Ein paar Zahlen der Evangelischen von 1860:

Säckingen und Stein

318

Obersäckingen

36

Murg

63

Klein -Laufenburg

37

Schwörstadt

11

Öflingen

21

Wehr

53

 

539

davon

 

 

Schweizer

340

 

Badener

153

 

Württemberger

41

 

Sonstige

5

       

 

Zur Gründung einer Kirchengemeinde fehlte vieles. Der Oberkirchenrat verlangte eine eigene Kirche, ebenso ein Pfarrhaus. Die Gemeinde musste einem Pfarrer Unterhalt zahlen können und die evangelische Bevölkerungszahl sollte eine bestimmte Größe erreicht haben. Mit 500 Seelen war der letzte Punkt als einziger erfüllt. Es gab aber keinen evangelischen Lehrer und ein Orgelspieler war auch nicht vorhanden. Der Kirchenvorstand beschloss, eines nach dem andern anzugehen. Die Kirche sollte zuerst gebaut werden. Bettelbriefe an das Adolf-Werk wurden geschrieben, die Gemeinden Basels angesprochen, beim Oberkirchenrat und Großherzog angefragt. Und siehe da: Von allen Seiten strömte das Geld, das meiste kam aus Basel und von vielen privaten Spendern, vor allem von Fabrikanten. Am 15. Juni 1862 konnte der Grundstein der Kirche gelegt werden, am 25. November 1863 fand die feierliche Einweihung statt. Obwohl die Katholiken der Stadt der sich bildenden Gemeinde am Anfang Schwierigkeiten gemacht hatten, fand die Einweihung unter großer Beteiligung der Katholiken statt. Man nahm es als versöhnliches Zeichen.

Dieses Ereignis wirkte wie eine Initialzündung: Ein evangelischer Frauenverein gründete sich, der für die Armen- und Krankenpflege zuständig war, aber auch durch Basare für die Anschaffung der notwendigen Kirchengeräte sorgte. Die erste Glocke war schon da, noch bevor der Turm stand. Als Nächstes baute die Gemeinde neben der Kirche ein Pfarrhaus, das Pfarrer Siegrist 1869 beziehen konnte.

Doch mancher Wermutstropfen blieb. Schon 1859/60 wurde über das Fehlen einer evangelischen Schule geklagt und darüber, dass in der vorhandenen Schule kein evangelischer Lehrer angestellt würde, obwohl mittlerweile 68 evangelische Kinder die Schule in Säckingen besuchten. Nach dem neuen Schulgesetz wäre eine "gemischte" Schule durchaus möglich gewesen, wenn ein evangelischer Lehrer zugewiesen worden wäre. Die Forderung löste auf katholischer Seite größte Empörung aus und wurde als unzumutbar bezeichnet, ein Vorgang, den man heute kaum noch nachvollziehen kann. Die Einwände wurden damals so ernst genommen, dass noch ein Jahrzehnt verging, bis die Schulbehörde endlich 1869 eine evangelisch-protestantische Schule genehmigte. Durch den Krieg 1870/71 konnte der Unterricht aber erst im April 1871 mit einem Lehrer und 80 Schülern beginnen. Zunächst bestanden gegen eine solch kleine Schule große Vorbehalte, doch durch die tüchtige Arbeit des Unterlehrers und wohl auch die Motivation der Eltern (Berufe: Fabrikanten, Beamte in Verwaltung und Justiz, Arbeiter und Angestellte der Bahn, beim Zoll, im Forstwesen, Apotheker und Ärzte) stellten sich bald schöne Erfolge ein. Mittlerweile waren die Bedenken in der katholischen Bevölkerung einer realistischeren Betrachtung gewichen. Auch die veränderte Kirchenpolitik spielte wohl eine Rolle, so dass schon 1877 die "gemischte" Schule eingerichtet wurde, nun aber mit zwei evangelischen Lehrern.

Evangelische Kirchengemeinde

Bereits im Jahre 1864 traf die offizielle Nachricht ein, dass die evangelische Kirchengenossenschaft in Säckingen nun eine evangelische Kirchengemeinde bilden sollte. Unterzeichnet war der Erlass von Großherzog Friedrich I. Die Gemeinde wählte den bisherige Pastorats geistlichen Karl Christoph Siegrist ohne Gegenstimmen zu ihrem ersten Pfarrer. Zur Pfarrei gehörten jetzt offiziell neben Säckingen auch Öflingen, Wehr, Murg und Laufenburg. Seit 1860 hatte Pfarrer Siegrist auch die Gemeinde Waldshut zu betreuen, wo er alle 14 Tage Gottesdienst hielt und wöchentlich Religionsstunden sowie Konfirmandenunterricht erteilte. Die neu eröffnete Bahnlinie bis Waldshut (1856) und darüber hinaus (1863) machte das möglich.

In Wehr fanden ab 1876 regelmäßig Gottesdienste durch den Säckinger Pfarrer statt. Am ersten Advent und am 2. Ostertag feierten die Wehrer den Gottesdienst am Vormittag mit Hl. Abendmahl. 1891 baute sich die Wehrer Gemeinde eine eigene Kirche. Ab 1909 erhielt die Gemeinde einen eigenen Seelsorger, 1912 wurde Wehr eine selbstständige Kirchengemeinde. Sie gehört nach Bildung des Kirchenbezirks Hochrhein (1. September 1970) als einzige Kirchengemeinde im Landkreis Waldshut weiterhin zum Kirchenbezirk Schopfheim.

Im 20. Jahrhundert

Um 1930 zählte die Kirchengemeinde knapp 1000 Seelen. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs kamen Evakuierte aus den durch Luftangriffe bedrohten Gebieten nach Säckingen und vermehrten die Zahl der evangelischen Gemeindeglieder spürbar. In den Jahren nach 1950 wuchs die Kirchengemeinde Säckingen auf 3600 Evangelische an, davon wohnten in Säckingen selbst 2500, das waren rund 25% der Gesamteinwohnerzahl. Der verbleibende Rest verteilte sich auf die Diasporaorte im Hotzenwald, zu denen Rippolingen, Harpolingen, Egg, Schweikhof, Willaringen, Jungholz, Bergalingen, Glashütten, Hütten, Rickenbach, Altenschwand, Hottingen und im Rheintal Wallbach gehörten. Zu dem schnellen Wachstum trugen vor allem die Flüchtlinge bei, die zunächst aus Dänemark kamen und aus Pommern, West- und Ostpreußen stammten. Etwas später folgten Umsiedler, das waren Ostflüchtlinge, die zunächst in den norddeutschen Ländern oder Bayern untergekommen waren und nun auf die weniger belasteten Länder verteilt wurden. Aber auch ausgewiesene Deutsche aus den Ostblockstaaten sowie die Flüchtlinge aus der "Ostzone" vermehrten die Zahl der Gemeindeglieder stark, da viele von ihnen evangelisch waren. Gottesdienstorte waren neben Säckingen Rickenbach, Harpolingen und Hütten. An neun Volksschulen außerhalb Säckingens galt es, Religionsunterricht zu geben. Unterstützung fand Pfarrer v. Schenk durch einen Pfarrdiakon. Eine Fürsorgerin des Evangelischen Hilfswerks betreute in Not geratene Flüchtlinge. Eine Diakonisse kümmerte sich um Kranke und pflegebedürftige Alte. Es gab eine florierende Jugendarbeit. Ein Kirchenchor und der 1951 gegründete Posaunenchor unterstützten die kirchlichen Veranstaltungen.

 

Seit Ende der 70er Jahre ergaben sich einschneidende Veränderungen in der äußeren und inneren Verfassung der Kirchengemeinde. Mit Bildung der Kirchengemeinde Murg-Rickenbach (1977) fiel die Betreuung der Evangelischen in den meisten der auf dem Hotzenwald gelegenen Ortschaften durch das evangelische Pfarramt Bad Säckingen weg. Die Kirchengemeinde Bad Säckingen erstreckt sich seither nur noch auf das Gebiet der Stadt Bad Säckingen, also auf die Stadt selbst sowie die Stadtteile Harpolingen, Rippolingen und Wallbach mit einer Gesamtmitgliederzahl von 3832 ohne die Evangelischen mit Nebenwohnsitz. Durch das sich beständig erhöhende Angebot auf dem Kursektor mit entsprechend steigenden Patientenzahlen wurde 1990 eine landeskirchliche Kur- und Krankenhausseelsorge- Pfarrstelle eingerichtet. Der seither in Bad Säckingen wirkende Kurseelsorger steht allen in den Bad Säckinger Kurkliniken Heilung bzw. Linderung suchenden Menschen ebenso wie dem Klinikpersonal als Seelsorger zur Verfügung. Diese Tätigkeit geschieht in enger Kooperation mit dem röm. kath. Kurseelsorger/der Kurseelsorgerin. In die Ortsgemeinde eingebunden ist der Kurseelsorger vor allem dadurch, dass er im Wechsel mit dem/der Gemeindepfarrer/in und dem Pfarrvikar, der Pfarrvikarin die unterschiedlichsten Gottesdienste am Samstag, Sonntag sowie an den kirchlichen Feiertagen übernimmt.

Die Kirchengemeinde verfügt über mehrere gemeindeeigene Gebäude. Außer der Pfarrkirche und dem Pfarrhaus besitzt sie ein Gemeindehaus und ein angebautes Wohnhaus mit vier Wohnungen aus dem Jahr 1963. Neben dem Gemeindehaus befindet sich der 1964 erbaute Kindergarten. Seit 1975 gibt es außerdem in Trägerschaft der Kirchengemeinde den Christian-Heinrich-Zeller-Schulkindergarten, der behinderte Kinder betreut.

1958 bekam die Evangelische Stadtkirche ein neues Geläut mit 4 Glocken, gegossen von der Karlsruher Glockengießerei Bachert. Es wurde im Februar 1958 eingeweiht. Die Orgel der Stadtkirche stammt aus dem Jahr 1982, erbaut von der Orgelwerkstatt Georges Heintz in Schiltach. Das gestiftete Gehäuse von 1894 blieb erhalten. Die Kirchenfenster gestaltete die Glasmalerei Frey-Isele im Jahr 1955.

Regelmäßige Gottesdienste sind wöchentlich in der Stadtkirche und im St.-Franziskus- Altenheim. 14-tägig treffen sich die Evangelischen der Außenorte in der Auferstehungskapelle Harpolingen und einmal monatlich wird ein Abendmahlsgottesdienst in der Kapelle des Marienhauses gefeiert. Aber auch in den anderen Altenheimen finden immer wieder Gottesdienste statt.

Besonders zu erwähnen sind neben vielen anderen Aktivitäten der Altenheimbesuchsdienst, der seit 1965 einmal im Monat alle evangelischen Heimbewohner besucht. Der Pfadfinderstamm "Die Brücke", der 120 Kinder und Jugendliche als angemeldete Mitglieder zählt, und ein "Jugendtreff" kümmern sich um die Belange der jungen Generation. Der 15 Bläser starke Posaunenchor, gegründet 1951, und der Kirchenchor engagieren sich für die Kirchenmusik. Darüber hinaus gibt es einen Besuchskreis für die Altengeburtstage, einen Treff russlanddeutscher Frauen, einen Frauenkreis, einen Altenclub und regelmäßig "Tanz für Senioren". Der Bibelkreis vereint theologisch Interessierte. Über alles Wissenswerte in der Kirchengemeinde informiert der regelmäßige Gemeindebrief.

Auf einen Blick (2004)

 

Name der Kirchengemeinde

Evangelische Kirchengemeinde Bad Säckingen

 

Anschrift

Waldshuter Straße 42
79713 Bad Säckingen
 

Pfarrerin/Pfarrer

Winfried Oelschlegel

 

Zahl der Gemeindeglieder (2004)

3815 (mit Hauptwohnsitz)
192 (mit Nebenwohnsitz)
 

Selbstständige Kirchengemeinde seit

1864

 

Zur Kirchengemeinde gehören die Orte bzw. die Ortsteile

Bad Säckingen, Harpolingen, Rippolingen, Wallbach

 

Die Kirchengemeinde umfasst die politischen Gemeinden

Bad Säckingen

 

Eigene Pfarrer seit

1859

Pfarrerinnen bzw. Pfarrer
seit Kriegsende 1945

Kirchenrat Dekan Karl Müller (1919-1950)

Helmut von Schenk (1950-1966)

Gerhard Schärr (1967-1981)

Dekan i.R. Oskar Sütterlin (1981-1982)

Hubertus Obenauer (1982-1998)

Winfried Oelschlegel (seit 1998)

 

Gottesdienststellen

Stadtkirche, Altersheim S1. Franziskus, Altersheim Marienhaus,

Auferstehungskapelle Harpolingen, Josefshaus,

Altenheim Sonnenhalde

 

Regelmäßiger Kanzeltausch bzw. Zusammenarbeit mit

Murg-Rickenbach, Öflingen

 

Zahl der Konfirmanden 2004

48

Örtlicher Konfirmationstermin

vor Ostern

 

Kinderabendmahl

ja

Gemeindeeigene Gebäude mit Baujahr

Kirche (Einweihung 25.1l. 1863)

Pfarrhaus (1869),

Gemeindehaus mit Wohnungen (1962)

Kindergarten (1962)

Christian -Heinrich -Zeller Schulkindergarten (ca. 1975)

 

Künstlerische Ausgestaltung

Glasfenster im Altarraum

Glasmalerei Frey-Isele (1955)

 

 

 Detailiertere Informationen bitte im Buch bei den entsprechenden Fussnoten nachschlagen.